Türkei & Georgien per Motorrad 2015 - Fazit

Fremde Herzlichkeit & eigene Eiseskälte

Tour im Überblick

Im Galopp gen Osten...

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Vorwort

Seid gewarnt...

Kann, sollte, darf man bei einer sol­chen Rei­se - und de­ren Fa­zit - die Augen ver­schlie­ßen vor kon­tro­ver­sen The­men? Sich zu­rück­zie­hen und ein­igeln hin­ter ro­sa­ro­ter Ur­laubs­zau­ber­wat­te? Ver­sin­ken in ge­hirn­de­ak­ti­vier­ter Kom­plett-Ent­span­nung?

Ich bin über­zeugt: Nein, darf man nicht.

Ein Mensch, der reist - ein Rei­sen­der, der nicht mit of­fe­nen Au­gen - und grund­sätz­li­cher Of­fen­heit - un­ter­wegs ist, könnte mglw. besser da­heim blei­ben und sich Zeit, Geld und Auf­wand spa­ren. Die Koh­le wär in Bier­gar­ten, So­la­ri­um & Co sinn­vol­ler in­ve­stiert.

Also werde ich mich in die­sem Fazit nicht voll­kom­men zu­rück­zie­hen, den Kopf - und die
Em­pfindung - nicht ab­schal­ten, den grö­ße­ren Rah­men, den Kon­text, nicht komplett außen vor­las­sen.

Ein Fazit ziehen von wun­der­schö­nen Er­fah­run­gen, von tol­len Be­geg­nun­gen, aber auch von feh­len­der Fair­neß, Un­ge­rech­tig­keit und Un­gleich­be­hand­lung.

Wer die bitt're Pille zu schlucken sich nicht in der Lage sieht, kann sich lin­ker­hand am In­dex über die un­an­ge­neh­men, rot-markierten Pas­sa­gen hin­weg­han­geln.

PS: Zu pauschalisieren ist nicht meine Intention. Nichts läßt sich sinnvoll pauschalisieren.

Überwältigende Freundlichkeit

Herzlichkeit & Offenheit - anderswo

Es ist wie jedes Mal. Nach jeder neu­en, in­di­vi­du­el­len Reise durch die Hin­ter­hö­fe und Schre­ber­gär­ten frem­der Län­der.

Ich bin erstaunt. Fasziniert. Dü­piert. Teils pein­lich be­rührt. Kurz: Er­grif­fen.

Ergriffen von der Freund­lich­keit und Herz­lich­keit der Men­schen, die uns wild­frem­den, schmut­zi­gen Ha­be­nicht­sen al­lent­hal­ben ent­ge­gen­ge­bracht wird.

Erstaunt und fasziniert ob der In­ten­si­tät mit der die­se Freund­lich­keit an uns he­ran­ge­tra­gen wird. Die Wär­me, die Of­fen­heit, frei von Scheu.

Düpiert und peinlich berührt, wenn ich eben jene Freund­lich­keit und Of­fen­heit ge­gen­über Frem­den in Re­la­tion set­ze zu den eige­nen Er­fah­run­gen von da­heim. Der Kühle, Ver­schlos­sen­heit und Di­stanz un­se­rer Ge­sell­schaft all­ge­mein. Dem eige­nen, nicht zu leug­nen­den Mit­läu­fer­tum im Spe­ziel­len.

Wir werden in fremden Ländern - egal, ob im ehe-
maligen Ostblock oder im ara­bisch-eu­ra­si­schen Raum - auf's Herz­lich­ste be­grüßt und sind im­mer wie­der auf's Neue baff.

Wie aber muß es jenen gehen, wenn sie ein­mal bei uns vor­bei­schau­en? Wenn niemand mal ein freund­li­ches Wort, ge­schwei­ge denn auch nur ein seich­tes Lä­cheln übrig hat. Wenn die Men­schen einem be­reits mit Res­sen­ti­ments begeg­nen, nur, weil man op­tisch viel­leicht etwas an­ders aus­sieht.

Essen wir nicht auch mit dem Mund? Kucken wir nicht auch mit den Augen? Fur­zen wir nicht auch mit dem Hin­tern? Freuen uns an bun­ten Blu­men oder dem herz­li­chen Lachen klei­ner Kin­der? Bedür­fen wir nicht auch der Wär­me und Nähe eines ge­lieb­ten Part­ners, von Freun­den und Bekann­ten?

Was bitte denken wir - manche (viele?), uns über an­de­re - und seie es auch nur im ganz, ganz Klit­ze­klei­nen - erhe­ben zu kön­nen? Was geht in uns vor, wenn wir uns glei­cher machen als die Glei­chen, denen wir sel­bi­ges nicht zu­ge­ste­hen?

XXX - Rückgrat

Von Gummihälsen und anderen Weichmenschen

Er ist ganz weit davon ent­fernt, sich durch sei­ne Ta­ten als Sym­path zu qua­li­fi­zie­ren. Eines je­doch kann man ihm nicht ab­spre­chen, dem Kol­le­gen Er­do­gan: Er be­weißt Rück­grat.

Wir rauschen auf dieser Rei­se - wirk­lich voll­kom­men ah­nungs­los - mit­ten hi­nein in die gro­ße Flücht­lings­par­ty; die größ­te, be­kann­te Wan­der­be­we­gung gan­zer Völ­ker­grup­pen gen West­eu­ro­pa in­ner­halb der letz­ten De­ka­den.

Wir dümpeln über die Insel Chi­os - jetzt grie­chi­sches Auf­fang­la­ger. Wir las­sen uns fast auf die Rü­be hau­en an Un­garns ge­schlos­se­nen Gren­zen.

Und was passiert da­heim als wir wie­der an­kom­men: Pein­li­che Schaum­schlä­ger, Po­li­ti­ker je­der Co­leur (natürlich nicht alle!), sprin­gen - ei­ner nach dem an­de­ren - auf den rol­len­den Me­dien­zug auf, for­dern Be­gren­zung und die Leu­te gar nicht erst rein­zu­las­sen, ex-ter­ri­to­ri­ale An­kunfts­zo­nen und Co.

Ich fasse mal zusammen: Da ste­hen also - durch Krieg, Tod und Elend ge­beu­telt - nach lan­ger, ent­beh­rungs­rei­cher Rei­se ein paar ten­den­ziell wehr­lo­se Men­schen ohne je­des ver­blie­be­ne Ha­be, ohne eige­ne Lob­by, ohne je­mand, der für sie ein­tritt...

Und die Lutscher - man ver­ges­se viel­leicht nicht, daß je­ne Krie­ge und Kon­flik­te durch den We­sten über­haupt erst ge­züch­tet wur­den - frei nach Goe­thes Zau­ber­lehr­ling: "Die ich rief, die Gei­ster / werd ich nun nicht los". Und die Lut­scher, er­schreckend vie­le un­se­rer hoch­ge­prie­se­nen Po­li­ti­ker, be­gin­nen - erst zö­ger­lich, dann je­doch mit Schmackes - ihr Fähn­lein in den rau­er wer­den­den Wind zu dre­hen. Man rei­tet auf der An­ti-Flücht­lings-Wel­le, auf den Rücken je­ner Schwa­chen, und übt sich in Po­le­mik.

Freunde der Nacht! Wo sind wir hin­ge­kom­men mit un­se­rer fei­nen Ge­sell­schaft, daß wir am Bo­den lie­gen­den nicht auf­hel­fen, son­dern auf sie ein­tre­ten und dabei noch mehr­fach nach­set­zen da­mit sie auch ja lie­gen­blei­ben?!?
Ihr, die Ihr schreit nach Gren­zen, nach An­kunfts­zo­nen und Co - egal, ob ganz rechts außen oder unter dem Deck­man­tel de­mo­kra­tisch-wei­ßer Westen, de­ren In­nen­sei­ten lange nicht mehr Was­ser und Sei­­fe zu Ge­sicht be­ka­men; Ihr, mei­ne Lie­ben, soll­tet Euch schä­men, stun­den­lang pein­lich be­rührt in der Ecke steh'n für den zwi­schen­mensch­lich-dum­men Blöd­sinn, den Ihr mit Eurem Phra­sen­dre­schen im Lau­fe der letz­ten Mo­na­te ver­zapfts (das "s" hängt da wis­sent­lich!) hoabts (das auch).

Ich fremdschäme mich für Euch, meine lie­ben Lands­leu­te (nicht alle!), die Ihr Men­schen zu Num­mern ge­macht habt, zu Din­gen, die man so eben mal ab­schie­ben, weg­stel­len kann in dunk­le Ecken - Deckel druff und joot.

Und das bringt mich doch gleich noch­mal auf Kol­le­gen Er­do­gan - je­nen lu­pen­rei­nen De­mo­kra­ten, dem Ihr das Wohl der noch im­mer kom­men­den Flücht­lin­ge in die schwie­li­gen Pran­ken ge­legt habt, um Euch ein lei­di­ges Übel vom Frack zu put­zen. Der - Kol­le­ge Er­do­gan - be­sitzt näm­lich über­mä­ßig, was Ihr als feh­lend habt er­ken­nen las­sen: Eine ver­nünf­ti­ge Por­tion Rück­grat.

Apropos: Mustafa Kemal Er­do­gans neu­es Kö­nig­reich liegt ja gleich ne­ben Grie­chen­land. Das ist je­nes Land, was so­wie­so schon am Bo­den liegt - nicht zu­letzt durch Euer schmut­zi­ges, evtl. ah­nungs­lo­ses Tak­tie­ren, Tun und Ma­chen. Je­nes Land, wo die mei­sten Flücht­lin­ge an­ka­men und ver­sorgt wer­den muß­ten ob­wohl dort kaum Res­sour­cen vor­han­den sind, die Ein­woh­ner vie­ler­orts dar­ben, die Wirt­schaft am Bo­den liegt. Und Ihr, Vertreter des Westens, wet­tert noch, die Grie­chen wür­den sich nicht ge­nug küm­mern, be­wegt aber selbst kei­nen Fin­ger ih­nen da­bei zu hel­fen?!?

Nuja.

Weiterführende Infos:
- Volker Pispers - Vorgeschichte Flüchtlingskrise
- Doku "Macht ohne Kontrolle - die Troika"
- Doku "Staatsgeheimnis Bankenrettung"

XXX - PS-chen

Ein Tip gratis

PS-chen: Schnell noch ein gut­ge­mein­ter, ko­sten­lo­ser Tip wie Ihr, lie­be Po­li­ti­ker, das lei­di­ge The­ma "Ter­ror vor der Haus­tü­re" los­wer­det - ganz schnell und voll­kom­men ohne Blut­ver­gie­ßen und all den an­de­ren Fir­le­fanz:

Terroristen benötigen eine Büh­ne, um sich und ihr schau­rig-dum­mes Spiel zu ins­ze­nie­ren. Ent­zieht ih­nen ih­re Büh­ne.

Terror beruht auf Angst der Mas­sen. Sorgt da­für, daß ein Kon­senz ge­schaf­fen wird zwi­schen Me­dien und Bür­gern, daß über Ter­ror auf kei­nen Fall mehr be­rich­tet wird - egal, was pas­siert.

Haben die Deppen das erst ka­piert, gibt es kei­ne Mas­se mehr, die Angst ha­ben könn­te. Und ohne
vie­le, die Angst be­kom­men, macht Terror kei­nen Sinn. Stellt Euch vor, es ist Ter­ror und kei­ner geht hin...

Verzichtet nur einmal alle auf den schnö­den Mam­mon und schlagt den Idio­ten ein Schnipp­chen. Es geht so ein­fach.

Für alle Nicht-Ent­schei­der: Opfer eines Ter­ror­an­schlags zu wer­den ist sta­tistisch we­ni­ger wahr­schein­lich als vom Blitz ge­trof­fen zu wer­den. Wann wur­det Ihr das letz­te Mal vom Blitz ge­trof­fen? Aha...

Ok - Schluß mit dem Blöd­sinn. Wollt's nur er­wäh­nen be­vor evtl. nie­mand dran denkt...

XXX - Merkwürdig

Des Wortes Bedeutung

Merkwürdig. merk-würdig.

"merk" von merken: sich etwas merken, etwas für ei­nen spä­te­ren Zeit­punkt ver­in­ner­li­chen.

"würdig": erhaben, wert­voll, be­son­ders.

Eigentliche Wortbedeutung "merk­wür­dig" = so be­son­ders, daß die be­trach­te­te Sa­che es wür­dig ist, daß man sie sich merkt, sie sich ein­prägt. Et­was Be­son­de­res, Po­si­ti­ves.
Heute übliche, eigent­lich in­kor­rek­te, in der brei­ten Mas­se ver­in­ner­lich­te Wort­be­deu­tung: Merk­wür­dig - ko­misch, stut­zig ma­chend, ne­ga­tiv hin­ter­fra­gens­wür­dig. Et­was Ne­ga­ti­ves.

XXX - Flüchtling

Doppeldeutigkeit

Merkwürdig. Ich empfinde es als äußerst merk­wür­dig, daß in­ner­halb nur eines hal­ben Jah­res un­ter mas­si­vem Me­dien­druck es mög­lich war, ein vor­her eher po­si­tiv be­leg­tes Wort, ein Wort bei dem man eher ein Ge­fühl von Mit­leid em­pfand, evtl. sich gar be­ru­fen fühl­te, zu hel­fen oder zu tei­len, in einen kom­plett ne­ga­ti­ven Wort­be­deu­tungs­kon­text zu ver­schie­ben.

Flüchtling. Ein Mensch auf der Flucht. Ein Mensch in Not, dem man hel­fen soll­te. Das schwäch­ste Glied der mensch­li­chen Ge­sell­schaft ab­ge­se­hen von wehr­lo­sen Kin­dern und kran­ken/al­ten Men­schen im All­ge­mei­nen.

Versus:

Flüchtling. Einer, der zu Un­recht hier her kommt. Einer, der An­sprüche er­he­ben könn­te. Einer, der mei­nen Platz ein­neh­men könn­te. Einer, der an­ders ist. Einer, der fremd ist. Einer, der mir Angst macht. Einer, vor dem ich mich fürch­te.

Liebe Medien! Herzlichen Glück­wunsch! Ihr habt Gro­ßes voll­bracht. Evtl. nicht wis­sent- & wil­lent­lich. Aber voll­bracht nichts­de­sto­trotz. Gra­tu­la­tion!
Merkwürdig. In jeder be­lie­big he­ran­ge­zo­ge­nen aus­rei­chend gro­ßen Grup­pe von Men­schen fin­det man eine pro­zen­tual ähn­liche Ver­tei­lung zwi­schen po­si­tiv und we­sent­lich ge­rin­ge­rem ne­ga­ti­ven Rand. Zwi­schen phleg­ma­tisch samt Arsch nicht hoch­be­kom­men und ak­tiv das Schick­sal selbst in die Hand neh­mend.

Die Menschen, die den teils un­glaub­lich wei­ten Weg - ver­such's selbst, geh oder fahr los! - gen Euro­pa hin­ter sich ge­bracht ha­ben, sind si­cher in den we­nig­sten Fäl­len dem phleg­ma­tisch ver­har­ren­den Teil zu­zu­schrei­ben.

Es sind Menschen wie Du und ich. Men­schen, die ein schö­nes Le­ben le­ben wol­len. Die ih­ren Kin­dern eine gute Zu­kunft an­ge­dei­hen las­sen wol­len. Die dafür un­glaub­li­che Stra­pa­zen auf sich neh­men.

Wie wäre es mal mit einem klei­nen Lä­cheln? Einer hel­fen­den Hand?

Auch, wenn es nicht wahr­schein­lich aus­se­hen mag, mor­gen könn­test Du an der Reihe sein und Hil­fe be­nö­ti­gen...

XXX - Fairneß

Gleicher als gleich

Macht Euch keine Sorgen! Wo Ihr wohnt, läuft alles ganz pia­no. Gibt es kei­nen Krieg. Kei­nen Man­gel. Im­mer ir­gend­was zu Es­sen. Ir­gend­wie ein war­mes Dach. Sau­be­res Was­ser. Und im­mer mehr als eigent­lich not­wen­dig wä­re.

Ihr dürft in die ganze Welt rei­sen ohne ab­ge­wie­sen zu wer­den. Dürft so­gar woh­nen fast wo im­mer Ihr wollt. Herz­li­chen Glück­wunsch.

Anderswo, weiter östlich, süd­lich, ist das nicht so. Le­ben die Men­schen im Man­gel. Müs­sen gar teils um's Über­le­ben kämp­fen. Wer­den teils - ohne daß wir es wis­sen - von uns und unse­rem ge­dan­ken­lo­sen Kon­sum noch zu­sätz­lich künst­lich un­ter­drückt.

Wir leben in einer Welt der un­ter­schied­li­chen Klas­sen. Der pri­vi­le­gier­ten, west­li­chen, in­du­stria­li­sier­ten Ge­gen­den, die sich mehr oder min­der be­wußt über al­le an­de­ren er­he­ben. Und je­nen aus den Zweit- oder Dritt­welt­län­dern, die we­nig oder gar nichts dür­fen. Ge­gen die sich spe­ziell die er­ste Welt kom­plett sperrt. Trup­pen wie FRON­TEX oder EURO­GEND­FOR und de­ren Ein­satz ein­ge­schlos­sen.
Solang das so anhält, so lang die Sche­re zwi­schen arm und reich vor­han­den ist, Fair­neß nur eine viel ge­schun­de­ne Vo­ka­bel, wird es im­mer Be­stre­bun­gen ge­ben hin zu mehr Har­mo­nie und Aus­gleich. Die Wan­der­be­we­gun­gen von Men­schen der letz­ten Mo­na­te dürf­ten an sich nur einen mil­den An­fang dar­stel­len.

Eines zum Schluß viel­leicht noch zum Nach­den­ken: Der­zeit geht es die­sem, un­se­ren, west­li­chen Teil die­ser Welt aus­ge­spro­chen gut.

Morgen - evtl. sogar aus­ge­löst durch die Fol­gen des ei­ge­nen un­ge­brem­sten Kon­sums - könn­te sich das aber dra­ma­tisch än­dern. Könn­ten kli­ma­ti­sche Ge­ge­ben­hei­ten sich un­ge­ahnt ver­schlech­tern. Die­ser Teil der Welt un­er­war­tet gro­ße Tei­le sei­ner an­ge­neh­men Be­wohn­bar­keit ein­bü­ßen (die Sa­ha­ra war mal grün...).

Was, wenn Du dann hier weg willst? Und alle an­de­ren be­han­deln Dich so wie wir sie heu­te?

Weiterführende Infos:
- Frontex, EUROGENDFOR
- Sahara grün: [1], [2], [3]

Gastfreundschaft unterwegs

Das Doppelte dessen...

Ein wirklich herausstechender Unter­schied, eine wirk­lich tol­le, gran­dio­se An­ge­le­gen­heit, ist die Gast­freund­schaft, die sei­tens der Men­schen selbst Un­be­kann­ten gegenüber ze­le­briert wird, je wei­ter man sich gen Osten be­wegt.

Und just jene viel­ge­schol­te­nen pri­mär mus­li­mi­schen Län­der sind ge­ra­de in je­nem Be­reich re­gel­recht leuch­ten­de Tür­me in ei­nem grau­en Meer von Nich­tig­keit.

Ob es die beiden älte­ren Her­ren sind, die in Geor­gien unbe­dingt - ob­wohl nach 6 Ta­gen Wie­der­se­hens-Fei­ern eigent­lich nicht mehr fä­hig - mit uns als Ih­ren Gä­sten...

Oder der junge Mann, der in der Tür­kei den Kopf aus dem Hof­tor steckt und uns Wild­frem­den kurze Zeit spä­ter küh­le Me­lo­ne und Eis­was­ser bringt.

Die türkischen Herren, die uns in Ke­ma­li­ye gleich an der Tank­stel­le weg­ver­haf­ten und auf Tee, Brot und Käse ein­la­den.
Der Restaurant­be­sit­zer, der Tank­wart, die Deckel­be­sor­ger, die Leu­te auf der Straße.

Ihnen allen gebührt meine größte Dank­bar­keit. Nicht zu­letzt al­lein schon da­für, daß sie mir ge­zeigt ha­ben, wie es lau­fen könn­te.

Mein allergrößter Respekt, daß sie eben in je­ner Art agie­ren und da­mit so­wohl an­de­ren als auch sich selbst das Le­ben ver­süßen.

Was mir bleibt, ist, mich mög­lichst lan­ge an jene Men­schen und ihre Ta­ten zu er­in­nern. Die Saat, die sie sä­ten, mög­lichst in ge­nau­so po­si­ti­ver Art und Weise wei­ter­zu­tra­gen.

Dazu passend ein alter Spruch aus Kin­der­ta­gen: "Mö­gest Du im­mer das Dop­pel­te des­sen be­kom­men, was Du mir wünscht".

Reiseziele

Die weißen Flecken?

Die Welt befindet sich im Wan­del. Nichts ist so kon­stant wie die Ver­än­de­rung. Viele Eck­chen - ge­ra­de auch in und di­rekt um Euro­pa he­rum - schei­nen als in­te­res­san­te In­di­vi­du­al-Reise­zie­le im Laufe der letz­ten 10 Jah­re aus­ge­fal­len oder zu­min­dest we­ni­ger at­trak­tiv ge­wor­den auf­grund ver­meint­lich un­si­che­rer Ver­hält­nis­se.

Wenn's aber nicht aktiv kracht (oder zu er­war­ten steht), rücken ge­ra­de in sol­chen schlecht be­leu­mun­de­ten Re­gio­nen die Men­schen enger zu­sam­men, sind besonders froh, ein we­nig Nor­ma­li­tät ein­keh­ren zu se­hen. Und sei es durch rei­sen­de Tou­­ri­sten.
Die breite Masse der Men­schen ist freund­lich, mensch­lich, herzlich, möchte ein­fach le­ben, freut sich über ein Lä­cheln. Über­all auf der Welt. Ohne Ein­schrän­kung.

Und genau­ge­nom­men - auch wenn es ent­spre­chend des täg­li­chen Me­dien­ge­wum­mers nicht so schei­nen mag, ist rein sta­tistisch die­se Welt so ru­hig und fried­lich wie schon lan­ge nicht mehr.

Alsdenn: Gute - und sorgenfreie - Reise.

Weiterführende Infos:
- Statistik 1970-2015 (wahllos herausgegriffen)

Kollejens

Der Kompromiß der Gruppe

Jungens! Wir haben mitt­ler­wei­le so­viel mit­ein­an­der er­lebt. Sind durch dick und dünn ge­gan­gen. Ha­ben ein­an­der ge­hol­fen. Uns ge­gen­sei­tig auf die Müt­ze ge­hau­en. Ge­gen­sei­tig ge­trie­ben und an­ge­schubst. Den Brems­fuß raus­ge­stellt und ab­ge­blockt. Ein­an­der hoch­le­ben las­sen und dumm ge­macht. Rich­tig Spaß mit­ein­an­der ge­habt. Su­per Zei­ten mit­ein­an­der ver­bracht.

Es ist immer wieder groß­ar­tig mit Euch kom­pli­zier­ten Alphas.

Euer kom­pli­zier­ter Alpha
Team Kaukasus-Express
Team Kaukasus-Express

Impressionen

Schnelle Schnappschüsse

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The Road not taken

Kurz wiederholt

"Im Walde zwei Wege boten sich mir dar
und ich ging den,
der weniger betreten war -
und das veränderte mein Leben."
siehe Abschnitt "Abseits ausgetretner Pfade"

Auf ein Neues

Willkommen im Kaukasus-Express...

Motorrad oberhalb der Bayburt-Of-Yolu D915
Sieh Dir die Welt mit Deinen eige­nen Augen an. Sei freund­lich ge­gen­über an­de­ren und Du wirst einen Über­schwang an Freund­lich­keit zu­rück­be­kom­men.

Schau Dir die Welt an wie sie wirk­­lich ist - nicht wie an­­de­­re es Dich glau­­ben ma­­chen wol­­len. Laß Dir nicht al­les vor­kau­en. Schau selbst - wie freundlich die Welt eigentlich überall ist.

Die Hürden sind nicht groß. Es be­darf im Fal­le des Fal­les kei­ner­lei Vor­be­rei­tung. Los­le­gen, los­ge­hen, los­fah­ren, los­flie­gen - und zu ge­ge­be­nem Zeit­punkt ver­har­ren. Den Din­gen ein­fach ihren Lauf las­sen.

Es braucht keine Pläne. Keine Aus­rü­stung. Es be­darf le­dig­lich eines Be­ginns.

Los geht's! Es ist Deine Rei­se! Deine Rei­se in Dei­nem ganz per­sön­li­chen Kau­ka­sus-Ex­press.

Unsere Reise. In unserem ganz per­sön­li­chen Kau­ka­sus-Ex­press.

Eine Reise vol­ler neu­er Er­fah­run­gen, Aben­teu­er, ho­her Ber­ge, herzlicher Men­schen, Wol­ken­bruch und per­fek­tem blau­en Him­mel.

Laßt uns loslegen! Auf geht's...
That all being said, ein kleines, angeblich wahres Geschichtchen als Betthupferl. Es gibt keine Ausreden...

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