Marokko per Motorrad 2014 - Anreise-Etappe

Süd-Europa im Fluge (Stand: 2015/08/13)

Anreise durch Süd-Europa

Crossaint, 98% BMW-Dichte & Cafe Cortado

Morgens in Frankreich
Morgens in Frankreich

Tagesetappen Anreise
- Tag 1, 10.09.2014, 665km (Frankreich)
- Tag 2, 11.09.2014, 492km (Frankreich)
- Tag 3, 12.09.2014, 441km (Frankreich)
- Tag 4, 13.09.2014, 414km (Spanien)
- Tag 5, 14.09.2014, 800km (Spanien)



Los geht's! Quer durch Deutschland, Frankreich, Süd-Europa. Durch's Zen­tral­massiv. Und bei 98% BMW-Dichte über die Pyrenäen.

Nach primärem Grün in Frankreich erwarten uns Braun- und Ocker-Töne in der trockenen Land­schaft Spaniens.

Spanien "rollt". Auf kleinen, menschenleeren Straßen quer durch Spanien geht's zügig gen Sierra Nevada. Vorbei an Granada gen Algeciras zur Fähre.

Geplant wird von Tag zu Tag. Landkarte, GPS & OSM-Karten helfen. Nichts ist fix geplant. Immer der Sonne nach.

Startschuß

Los geht's

Wieder ist viel Zeit vergangen. Das Arbeits­leben fordert seinen Tribut. Kay is ferdich. Urlaub brauch­ter.

Er soll ihn bekommen!

Die Probanden sammeln sich am frühen Morgen zur Abfahrt. Kollege T. aus B. kommt mal wieder zu spät und übernimmt somit von O. aus Q. final den Staffelstab des Ewig- Letzten.

Nach 30 Kilometern Warmfahren stößt M. aus S. zur Mannschaft und rundet mit dem best­geputzten Mopped die Riege vorerst ab.

Der erste Kaffee wird über die frisch ge­wie­nerte ein­zig helle Moppedklamotte gekippt. Fotos werden gemacht und dann kann's losgehen. Auf zur ersten Panne der Reise... ;)
Startaufstellung vor der Tour
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Später in Marokko wird noch P. aus R. dazustoßen, der sich mit seiner Huski grad irgendwo in Europa durch die Berge schlägt und uns schonmal die Strecke vorwärmt.

Auf geht's. Die Straße ruft...

Karma

oder eine Diva auf Reisen...

Eines der Moppeds - Hersteller, Typ, Farbe etc. möchten aufgrund Anonymität gern un­ge­nannt bleiben - wird den Ablauf der Tour tatsächlich maßgeblich bestimmen.

Gleich am ersten Tag bricht - vielleicht ein erstes vorwarnendes Omen - erst einmal zum Warmwerden die Halterung des Zusatz­scheinwerfers Nr. 1. Nummer 2 wird ein paar Tage später folgen.

Die Bude säuft wie eine Milchkuh nach nem Marathon. 9-10 Liter auf 100 Kilometer bei moderatem Tempo sorgen für häufigeres Beine­ver­treten. Böswillige Zeitgenossen mut­maßen bewußte Sabotage seitens des Fahrers zwecks Erhöhung der Rau­cher­pau­sen­frequenz.

Sie wird husten und qualmen. Sie wird aus­gehen und fehlzünden. Sie wird auf der Ge­ra­den bergauffahren, ihren ehedem knappen Federweg für kurzbeinige beim Aufsitzen des Fahrers beinahe vollkommen einbüßen.

Sie wird ölen und fauchen. Schwarze Wolken spucken. Zu regelmäßigen Reparaturen - mit Kippe in der Schnute - animieren.

Kurz: Die ehrwürdige Dame - laßt sie uns Hilde taufen - wird für viel Trubel, Pausen & auch Heiterkeit auf der Tour sorgen.

Lehnen wir uns zurück und schauen wir mal wie sie so durch die Lande pöttelt mit ihrem imaginären Tankwagen am Heck...
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Europa querbeet

Marktmacht auf zwei Rädern

Gemütlich geht's durch's grüne Frankreich. Nette Örtchen und Dörfer. Gutes - und teures - Essen. Extrem hohe Campingplatzdichte (ohne klappt auch super).

Nancy. Kleine Straßen im Sonnenschein. Langres kommt in Sicht mit seinen impo­santen Mauern. An Dijon vorbei. Gen Cler­mont-Ferrand. Eine Nacht im Zentralmassiv. Und weiter - weit vorbei an Toulouse - Richtung Pyrenäen.

Hilde zwingt uns regelmäßig zum Nach­tanken. Das schafft Zeit tief durchzuatmen. Entschleunigt ein wenig. Hält uns jedoch nicht ab, schnurstracks auf die nächste Reparatur zuzufahren.

Vorher jedoch heißt es geballte Marktmacht zu ertragen. Und das geht so:

Hinter Lourdes biegen wir rechts ab. Wir wollen zwar primär erstmal vorwärts kommen, jedoch nicht ganz ohne Spaß. Und dafür kommt uns die kleine Straße über den Col d'Aubisque gerade recht.

Was uns hier jedoch erwartet, bringt Kay bei der nächsten Pause dazu, wie ein Rohrspatz auf die Eintönigkeit der vorbeifahrenden Motor­räder zu schimpfen.

Eine BMW nach der anderen fährt an unseren im Schatten stehenden Moppeds vorbei. Unmengen. Das stete Geräusch eines her­an­rollenden Boxers wird lästig.
Inkl. unseren zwei Hondas werden wir bei der Überquerung der Berge keine Handvoll Alternativ-Fabrikate - aber hunderte BMWs - erleben.

Zu diesem Zeitpunkt wissen wir noch nicht, daß unterhalb der südlichen Rampe die spanischen BMW Motorrad Days stattfinden.

Ich fühle mich an den kurz zuvor gelesenen Artikel einer bekannten dt. Motorrad­zeit­schrift erinnert. Der Autor schildert, wie er in den Alpen beim Kaffeetrinken Motorräder zählt und erschrocken feststellt, daß die blau­weißen im Vergleich zu früher in er­drückendem Maße die Oberhand gewonnen haben.

Es muß ja was dran sein an den blauweißen aus Bayern. Begeisterte georgische, tür­kische, iranische und russische Straßen-Fachleute können nicht irren, wenn sie die BMW begeistert um­schwirren - Tigers, Hondas und Guzzis jedoch links liegenlassen (siehe ältere Reisen).

Weiterführende Infos:
- Col d'Aubisque
- Pyrenäen
- Zentralmassiv

West-Europa

Osteuropäische Entspanntheit mal linksrum

Die Ost-Europa-Fans wußten es vorher: Es geht durch die vermeintlich viel zivilisierteren west­lichen (natürlich Unfug) Gefilde.

West-Europa. Zackabumm quer durch. Deutsch­land ist voller Autobahnen, voll­ge­kracht mit Fahrzeugen jedweder Coleur. Rast­­stätten mit überteuerten Preisen allent­halben. Infrastrukturell großartig. Wie ein warmer Hausschuh. So richtig schön glatt, kantenfrei, langweilig (überspitzt dargestellt - großartiges Land, paßt schon ;).

Frankreich ist grün. Historie. Lebensart. Un Ba­gu­ette. Cafe au lait. Verkehrsdichte in den meisten durchfahrenen Ecken auch recht sportlich. Die Buden teils etwas weniger geschniegelt als in Deutschland. Insgesamt gefühlt etwas le­bens­lustiger. Mehr laissez-faire.
Und Spanien "rennt". Die Farbe wechselt sofort nach Überquerung der Pyrenäen von Grün in vielen Tönen auf braun, ocker, gelb - trocken. Die Land­schaft ist weit. Freie, wenig befahrene Straßen langweg. Wenig Menschen und Siedlungen. Es geht einfach nur vorwärts. Die Kilometer purzeln. Vorbei an Bocadillos und Cafe Curtado - Spanien "rennt".

Und ändert sich spürbar sobald man in die südlichen Regionen, gen Andalusien, Sierra Ne­va­da, Granada, Almeria mit früherem maurischen Einflüssen kommt.

Weiterführende Infos:
- Andalusien
- Sierra Nevada (Spanien)
- Granada

Spanien ratzbuff

Von langarmigen Supermärkten & Vollbekofferung

Wir düsen durch Spanien. Schreiben Tag 4 und Hilde steht. Einmal morgens und einmal abends. Die Diva sabbert. Der Vergaser suppt.

Nähe Caspe überschreiten wir mit dem Ebro den zweitlängsten Fluß Spaniens nach dem Tajo. Ein wunderschön-wäßriger Anblick nach all der trockenen, braunen Landschaft. In Alcaniz werden wir kein Hotel finden und uns in der Dunkelheit mit drohender Gewitterfront im Westen bis Calanda weiterschlagen wo wir nicht nur das Calanda-Hotel finden, sondern auch so eiskaltes Bier, daß die Pfoten am Glas festkleben. Schöne Idee...

Da wir uns mittlerweile bereits an die Hilde-Pausen gewöhnt haben, werden wir auch morgen wieder 2x anhalten, da die gute röchelt, sprotzt und letztlich saft- & kraftlos einfach liegenbleibt.

Eine durch den Tankrucksack verstopfte Tank­ent­lüftung wird für Zwangsstop 5 und 6 sorgen. Ein Stück Ersatzbenzinschlauch quer als Dau­er­pro­vi­sorium das Problem lösen.

Derweil also Hilde immer mal wieder für Unmut und Raucherpausen sorgt, durch­wir­ken davon ab die spanischen Eindrücke das Tagesgeschehen:
Zu nennen 1.) Der Humor der Spanier bei der Namensgebung von Institutionen: Derer wären z.B. ein Supermarkt namens "Orang Utan" - mir schwirren Einkaufsbeutel an Armen, die bis zum Knie reichen durch den Kopf. Oder eine kleine Kneipe namens "Idefix" - wenn die Jungens wie ein kleiner Hund des nächtens dort herauswanken...

Und 2.) Spanien fährt BMW! Üblicherweise neu, 1200 Kubik, astrein geputzt und immer maximal bekoffert. Dabei den Eindruck hinterlassend, nur mal eben um den Block zu düsen... ;)

Tag 5 bringt uns im Abendlicht gen Granada. Und wie verführerisch diese Stadt duftet! Extrem fruchtig nach Apfel. Einfach grandios! Wenn eine Stadt ernsthaft so duftet, möchte ich dableiben!

Letztlich dürfen wir aber doch weiterfahren. Es war nur ein LKW vor uns, der die Schnup­per­fracht durch die Gegend kut­schierte.

Weiterführende Infos:
- Caspe
- Rio Ebro
- Rio Tajo
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